Implus 364. 3 Tipps für Durchsetzungsstärke mit Dir selbst

Selten, aber manchmal denke ich am Abend eines Arbeitstages: Was hast Du eigentlich heute wieder gemacht, Markus? Oder nicht gemacht. Vor allem wenn ich – so wie gestern – 7 Stunden mit der Deutschen Bahn unterwegs gewesen bin. Da ich viel mit der Bahn reise ist das ab sofort meine neue persönliche Challenge: Fokus & Produktivität in der Deutschen Bahn. Ich werde berichten, wie mir das gelingt. An Bürotagen bin ich da schon gut. Warum hörst Du gleich.
Frustration trotz hoher Leistung
In meinen Führungskräftetrainings
stelle ich immer wieder die Frage: „Wer kennt das: Du fährst abends nach Hause und denkst ‚Mist, heute wieder nix geschafft.‘?“ Dann melden sich meistens mehr als die Hälfte der Führungskräfte. Warum? Das hat mehrere Gründe: Erstens, wir nehmen uns zu viel vor. Es gibt entweder eine Todo-Liste im Kopf oder tatsächlich eine schriftliche Liste. Auf der steht aber viel mehr als an einem typischen Tag inkl. Meetings und dem üblichen Wahnsinn zu schaffen ist. Das fühlt sich morgens noch gut und sehr produktiv an, so viele wichtige Todos auf die Liste geschrieben zu haben. Aber am Abend fühlt es sich umso schlechter an, weil viele wichtige Themen unerledigt geblieben sind.
Zwei Gründe für Deinen Frust
Der Grund für Deinen unschönes Gefühl ist nicht Deine Faulheit. Im Gegenteil. Du bist eine ehrgeizige Führungskraft, die viel schaffen will. Der Grund ist erstens Deine unrealistische Einschätzung am Morgen. Auf vielen Tages-Todo-Listen stehen wichtige Dinge, die in den nächsten Tagen und Wochen anstehen. An einem Tag sind sie unmöglich schaffbar.
Der zweite Grund für Deine Unzufriedenheit am Abend ist mangelnder Fokus. Viele Führungskräfte bearbeiten die Dinge, die am lautesten schreien oder die am dringlichsten sind. Und das ist auch teilweise richtig so. Wenn ein Feuer brennt, dann lösch es. Aber nur Feuerlöschen frustriert auf Dauer.
Deine Lösung für mehr Zufriedenheit
Was kannst Du konkret anders machen, um abends zufrieden nach Hause zu fahren?
Tipp 1:
Nimm Dir täglich wenigstens eine Stunde oder noch besser 2 Stunden am Tag, wichtige, nicht dringende Dinge zu bearbeiten. Das bringt Dir langfristig mehr Produktivität für Deinen Führungserfolg.
Nein keine Sorge, ich werde jetzt nicht die Eisenhower-Matrix erklären. Aber eine wichtige Wahrheit der Eisenhower-Matrix wird von vielen Führungskräften schlicht ignoriert: „Investiere Deine Zeit in wichtige, nicht dringende Aufgaben“. Diesen Text der Podcast-Episode zu schreiben ist heute eine solche wichtige Aufgabe für mich. Das ist nicht dringend, da ich nur ein bis zwei Mal monatlich eine neue Episode veröffentliche. Und ja ich weiß, im Mai kam keine einzige neue Podcast-Episode, da hatten meine Kunden Priorität. Mein Podcast ist mir aber wichtig, denn jeden Monat hören zwischen 5.000 und 10.000 Führungskräfte diesen Podcast und die möchte ich gern mit weiteren wertvollen Tipps versorgen. Also schreibe ich jetzt morgens um 7:16 Uhr diese Zeilen.
Tipp 2:
Erledige einer Deiner wichtigen und nicht dringenden Aufgaben morgens als erstes. In Deiner Fokus- oder Löwenzeit. Dein Gehirn ist morgens ausgeruht. Du bist hochkonzentriert. Du bist nicht abgelenkt durch tausend andere Gedanken, die Dir heute schon durch den Kopf gespukt sind. Dein Handy ist ausgeschaltet, ebenso Dein Mailprogramm und Dein WLAN. Und Du erledigst diese eine Aufgabe zu 100% ungestört. Idealerweise hast Du Dir diese eine Aufgabe schon am Abend bereit gelegt und beginnst diese Aufgabe noch bevor Du E-Mails liest oder Dein Gehirn auf andere Weise strapazierst.
Wie gehst Du mit der Fülle an Aufgaben um? Wie erstellst Du Dir eine realistische Todo-Liste mit einer Menge an schaffbaren Aufgaben? Nun, wenn Du vier Stunden in Meetings sitzt, dann kannst Du bei einem 8-Stunden-Tag nur Todos für ca. 4 Stunden aufschreiben. Wenn Du täglich circa 2 Stunden spontane, an dem Tag entstehende Aufgaben erledigst – wie z.B. Fragen von Kollegen, Deinen Mitarbeitenden oder Deiner Führungskraft beantworten, E-Mails schreiben oder spontane Telefonate führen – dann kannst Du Dir für heute nur Aufgaben aufschreiben, deren Bearbeitung etwa zwei Stunden dauert.
Oha, da erschrecken viele Führungskräfte, wie wenig verplanbare Zeit für Deine Aufgaben übrigbleibt. Aber nun wird auch klar, warum so viele Führungskräfte am Abend unzufrieden sind. Weil sie dachten, es wäre möglich, diese lange Latte an Todo an diesem Tag abzuarbeiten. Diese Annahme war also von vornherein falsch und unrealistisch.
Du darfst also Deine kostbare Zeit noch besser planen und nur die wichtigsten Dinge sollten es auf Deine Tages-Todo-Liste wirklich schaffen.
Tipp 3:
Markiere daher die drei absoluten Prioritäten des Tages mit einem Textmarker auf Deiner Papier oder einer entsprechenden Farbe, wenn Du digital planst. Mein Gedanke lautet an fast jedem Arbeitstag: „Wenn ich heute diese drei Todos im Laufe des Tages schaffe, dann ist es wieder ein guter Tag.“ Dann hab ich drei wichtige Prioritäten geschafft, die diesen Tag zu einem wertvollen Museumstag haben werden lassen.
Deine 3 Top-Tipps zusammengefasst:
- Sorge täglich für ungestörte Zeit von 60 oder 120 Minuten, in denen Du zu 100% ungestört arbeitest.
- Schreib Dir eine realistische Tages-Todo-Liste mit wenigen Todos, die schaffbar sind. Alles andere steigert Deine Frustration am Abend.
- Fokussiere drei Fokus-Todos an jedem Arbeitstag, die Du an diesem Tag auf jeden Fall schaffen willst. Starte morgens als allererstes mit einer dieser Aufgaben.
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt? Mitnichten!
Im Einzelcoaching und im Training von Führungskräften führen diese Hinweise immer wieder zu Aha-Effekten. Doch die Disziplin, diese Tipps umzusetzen, ist nicht immer vorhanden. Denn in der Fülle an Aufgaben im Tagesgeschäft nehmen sich viele Führungskräfte oft zu wenig Zeit zur Reflexion und zum Überdenken ihres täglichen Handelns.
Deshalb hier noch drei Tipps, wie Du Dir eine neue Gewohnheit antrainierst. Jeder dieser Tipps funktioniert aber nur unter einer Bedingung: Du willst wirklich etwas verändern. Neulich sprach ich mit einer Unternehmerin im Coaching, die noch drei weitere Kilos abnehmen möchte. Ihre Aussage war: ‚Ja, ich will diese drei Kilo abnehmen, aber ich möchte meine Ernährung nicht dauerhaft verändern.‘ Tja, was soll ich dazu sagen? ‚Wasch mich, aber mach mich nicht nass.‘ Nennt das der Volksmund. Oder etwas poetischer nach Johann Wolfgang von Goethe ‚Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust.‘ Der Käse um Mitternacht kämpft gegen den Wunsch nach einer schickeren Bikini-Figur.
Also, so geht das nicht! Und das gilt für jede Veränderung: Wat willste nun? Schlank sein und dafür was tun? Oder weiter naschen und etwas rundlicher sein? Kein Wunder, dass diese den Appetit zügelnde Abnehmspritze
so beliebt ist, da so Hunger und Nahrungsaufnahme automatisch reduziert werden. Ich finde diese Spritze eine Kapitulation vor der eigenen Bequemlichkeit! Und ich wünsche niemandem den Jojo-Effekt, wenn die Spritze mal wieder weg ist.
Also: Sei Du schlauer. Setz lieber die folgenden drei Tipps um. ABER: Wie gesagt, diese Tipps funktionieren nur, wenn Du Dich wirklich für die Veränderung entscheidest und zweitens, wenn Du bereit bist, dafür auch etwas zu tun.
Tipp 1 für mehr Umsetzungsstärke:
Du schickst Deine Top 3 Fokus-Todos an einen Freund per WhatsApp am Morgen – verbunden mit dem festen Vorhaben, diese drei Aufgaben am Abend erledigt zu haben. Abends darfst Du dann Dein Ergebnis in einer ebenso kurzen WhatsApp-Nachricht an Deine Freundin bestätigen.
Du wirst Dir immer wieder die Peinlichkeit einer negativen Nachricht am Abend ersparen wollen und packst Dein Ziel mit mehr Energie an.
Tipp 2 für mehr Durchsetzungsstärke mit Dir selbst:
Du verpflichtest Dich, einem Verein oder einer politischen Partei, die Du hasst, 50 Euro zu überweisen, wenn Du nicht diese drei Top-Todos erledigst. Stell Dich dabei bitte schon einmal darauf ein, die 50 Euro das eine oder andere Mal zu bezahlen. Das ist der Preis für Dein fokussiertes Arbeiten. Manche müssen erst den Schmerz konkret spüren, bevor sie ihr Verhalten dauerhaft verändern. Je mehr Du die Partei hasst, desto größer der Schmerz, desto besser Deine Umsetzung am nächsten Tag.
Tipp 3 für bessere Ergebnisse und Umsetzung:
Der Tipp geht etwas tiefer: Du darfst Dich mit Deiner Identität auseinandersetzen. Was für eine Art Mensch möchtest Du sein? Ein Mensch, der das tut, was am lautesten schreit und gerade in seinen Blick gerät? Oder möchtest Du ein Mensch sein, der diszipliniert echte Prioritäten bearbeitet? Jemand, der ein Vorbild für andere ist. Jemand, der über seinen Schatten springt und auch das Unangenehme anpackt. Vielleicht schreibst Du Dir Deine neue fortan gelebte Identität auf einen großen Zettel, den Du farblich gestaltest. Oder Du bittest Deine Lieblings-KI, Dir ein entsprechendes Bild zu gestalten. Ein Zettel, der immer Blickfeld Deiner täglichen Arbeit liegt. Direkt auf Deinem Schreibtisch. Du darfst gern lächeln, wenn Du ihn betrachtest und dann jedes Mal konsequent in die Umsetzung gehen. Handle unabhängig von Deiner Motivation. Denn es ist nicht wichtig, wie motiviert Du bist. Was zählt, ist allein Deine Umsetzung.
Ein Beispiel: Wie hoch ist gerade meine Lust, diesen Beitrag weiterzuschreiben (ja, ich gehöre zu diesen altmodischen Coaches, die einen Beitrag noch mit 10 Fingern schreiben und nicht mit ChatGPT)? Die ist Mittel. Aber ich habe Bock auf das Ergebnis, eine neue Podcast-Episode, die tausende Mal gehört wird, und die einen Unterschied macht auf diesem Planeten. Ja, ich weiß, ich rette damit keine Menschenleben. Aber es ist mein Beitrag zu einem etwas leichteren und zufriedeneren Leben für tausende Führungskräfte, die hier und da den einen und anderen Tipp von mir aufsaugen und umsetzen.
Also: Welchen einen Tipp nimmst Du aus dieser Episode mit für Deine neuen Gewohnheiten?
Die Nachricht an einen Freund morgens per WhatsApp? Die Verpflichtung, 50 Euro an eine Organisation zu überweisen, die Du hasst? Oder Deine Neu-Definition Deiner Identität als Umsetzerin, als Macherin, als Chakka-I-can-do-it-Woman oder -Man?
Und im Zweifel, wenn es Dir gefallen hat: Hör Dir diese Episode ein zweites Mal und mach Dir schriftliche Umsetzungs-Notizen. Denn sonst, wären die 14 Minuten, die Du gerade mit dieser Episode verbracht hast, ja völlig umsonst gewesen.
Ich wünsche Dir eine exzellente Umsetzung. Und wenn Du auf Deinem Weg Unterstützung benötigst, dann weißt Du, wo Du mich findest.
Viel Erfolg, Dein Markus Jotzo
Und schließlich: Wenn Du eine befreundete, ehrgeizige Führungskraft kennst, die gern praktische Produktivitäts-Tipps umsetzt, dann teile diese Episode mit ihr. Sie wird es Dir bestimmt danken.
Deine Durchsetzungsstärke beginnt lange vor dem Gespräch
Was kannst Du tun, um Dich in Gesprächen mit Deinen Mitarbeitenden, Kollegen und Deiner eigenen Führungskraft durchzusetzen?
Zunächst einmal: es gibt gute und schlechte Durchsetzungskraft. Die gute ist die, bei der im Anschluss alle wirklich überzeugt sind und mitziehen, weil die innere Lust geweckt wurde – oder weil Widerstände, die anfangs noch dominiert haben, nun in den Hintergrund getreten oder sogar ganz verschwunden sind.
Die schlechte Durchsetzungsstärke ist die, die über Macht, Lautstärke und Skrupellosigkeit funktioniert. Donald Trump macht uns das seit einiger Zeit immer wieder richtig gut vor. Trump nutzt vertikale Kommunikation, die seine Macht betont und weniger mit Argumenten überzeugt. Am Ende setzt sich Donald Trump zwar hier und da durch, doch Widerstände, Unlust und Abneigung gegen diese gefühlt aufgezwungene Lösung bleiben bestehen.
Nun müssen wir nicht jede Lösung lieben. So funktioniert unsere Welt nicht. Ich nenne diese Methode der Durchsetzung dennoch schlecht, weil sie negative Konsequenzen für eine faire und partnerschaftliche zukünftige Zusammenarbeit hat. Eine Konsequenz dieser Technik scheint es aktuell zu sein, dass Trumps Handeln dazu geführt hat, dass die Republikaner in der USA mehrere lokale Nachwahlen in verschiedenen Bundesstaaten verloren haben, die früher immer die Trumpschen Republikaner gewonnen hatten.
Wenn auch nicht genau wie Trump, so wenden übrigens mehr Führungskräfte machtorientierte Durchsetzungsmethoden an, als Du vielleicht denkst. Denn viele Führungskräfte haben – im Vergleich zu ihren Mitarbeitenden – eine starke Dominanz und argumentieren die Sichtweisen Ihrer Mitarbeitenden eloquent weg. Eloquenz und Hierarchie beendet die Diskussion und den Widerstand – zumindest scheinbar. Im Stillen bleibt der Widerstand jedoch erhalten. Ich nenne diese schlechte Methode der Durchsetzungsfähigkeit übrigens ‚eloquentes Überquatschen‘.
In der heutigen Episode geht es um fünf Fertigkeiten, die Deine Durchsetzungsstärke auf positive Art und Weise stärken. Weil Du damit langfristig nicht nur eine für Dich passende Lösung durchsetzt. Sondern weil Du langfristig gute Arbeitsbeziehungen zu den beteiligten Personen aufrecht erhältst. Vor dem Spiel ist nach dem Spiel – den Satz kennst Du vom Fußball. Und nach dem Gespräch ist vor der nächsten Gespräch. Deshalb geht es zwar nicht darum, dass sich nach einem Gespräch alle jubelnd in den Armen liegen. Aber ein partnerschaftlich erzeugtes Ergebnis mit Wertschätzung und gleichzeitig dem glasklaren Vertreten der eigenen Interessen lässt Raum für künftige, partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Also, kommen wir zum ersten Baustein für Deine Durchsetzungsstärke in Diskussionen, die Du sofort anwenden kannst.
Baustein 1 für Deine Durchsetzungsstärke:
Deine Zielorientierung und argumentative Vorbereitung – schriftlich.
Beispiel: Du hast einen Mitarbeitenden, der eine Kundenbeschwerde bearbeiten soll. Kundenbeschwerden bearbeitet Dein Mitarbeiter äußerst ungern. Allerdings soll das Dein Mitarbeiter zukünftig in seinen Verantwortungsbereich aufnehmen. Denn es gehört eigentlich schon heute zu seinen Aufgaben, doch er hat diese Tätigkeit bisher immer geschickt umschifft.
Immer wieder spiegeln mir Führungskräfte im Seminar wider, dass sie gute Mitarbeitergespräche führen, wenn sie exakt vorbereiten, was sie als Ergebnis des Gesprächs erreichen wollen. Sie arbeiten aus, welche Argumente dafür sinnvoll sind und wägen ab, ob die Rahmenbedingungen ihre Lösung unterstützen.
Du kannst Dir also schon vor Deinem Gespräch ein konkretes ‚Wer? Was? Bis wann?‘ ausmalen, was Du gern erreichen möchtest, und dies schriftlich notieren. Du kannst aber auch nur die Rahmenbedingungen vordefinieren. Zum Beispiel bis wann Dein Mitarbeiter mit dem Kunden, der sich beschwert hatte, eine Lösung gefunden haben soll. Das ‚Wie‘ entwickelst Du mit Deinem Mitarbeiter im Dialog.
Oder Du bereitest Themen vor, die Dein Mitarbeiter ausarbeiten soll: Zum Beispiel, dass Dein Mitarbeiter ausarbeitet, was genau für ihn schwierig ist im Gespräch mit einem Kunden, der sich beschwert hatte und warum er solche Gespräche bislang vermieden hat. Außerdem bereitest Du die Aufgabe vor, dass der Mitarbeiter sich selbst überlegen soll, wie er diese Gründe überwinden kann oder welche Art an Unterstützung oder Schulung er dafür benötigt. Ob er nun bei zwei oder drei Reklamationsgesprächen bei einem erfahrenen Kollegen zuhört oder ob er sich auf andere Art und Weise auf das Gespräch vorbereiten will – das überlässt Du der Kreativität Deines Mitarbeiters.
Deine Vorbereitung aufs Gespräch ist beispielsweise, Dir vorzunehmen, im Gespräch nicht konkret zu sagen, wie Dein Mitarbeiter das Problem lösen soll. Du hältst Dich mit Deiner Lösungsenergie zurück. Deine Erwartung ist, dass der Mitarbeiter selbst eine Lösung erarbeitet, die er dann innerhalb von 24 Stunden umsetzt, damit er spätestens ab übermorgen Kundenreklamationen übernimmt.
In Deiner zielorientierten Vorbereitung empfehle ich Dir daher, Fragen vorzubereiten, die Du Deinem Mitarbeitenden stellen möchtest. Und ich empfehle Dir bei manchen Mitarbeitergesprächen konkret vorzubereiten, dass Du keine Lösung nennen wirst, wenn Du eine gute Lösung Deines Mitarbeiters erwartest.
Baustein 2 für Deine Durchsetzungsstärke:
Deine Innere Stärke und Klarheit
Basierend auf diesem ersten Baustein folgt der zweite Baustein, nämlich Deine Innere Klarheit und Stärke: Wenn Du glasklar bist, was Du willst und Nebenwünsche abstellst, kannst Du glasklar auftreten.
Was vielen Führungskräften in die Suppe spuckt, ist der innere (Neben-)Wunsch, gemocht zu werden oder der Wunsch, gute Beziehungen und tolle Stimmung im Team unbedingt erhalten zu wollen. Doch wenn Mitarbeitende eine glasklare Erwartung spüren und ihnen auch klar ist, dass sie keine Möglichkeit haben, sich herauszuwinden oder mit Ausreden zu kommen, dann verstummen häufig Widerstände oder der Wunsch nach Bequemlichkeit. Die Stimmung im Team ist also nicht wirklich in Gefahr.
Vielleicht hast du schon einmal das Zitat von Robert Sutton von der Stanford University in Kalifornien gehört. Sinngemäß sagt Sutton, dass ‚Mitarbeitende sich immer das erlauben werden, was die Führungskraft toleriert‘.
Wenn Dir also glasklar ist, zum Beispiel vor einem Kritikgespräch, was Du nicht oder nicht mehr tolerierst, dann steht Deine Klarheit über Deinem vielleicht vorhandenen inneren Bedürfnis, gemocht zu werden. Du gehst direkt in das Gespräch, äußerst direkt Deine Beobachtung und was Du als neues Ergebnis bzw. Verhaltensweise erwartest.
Im Coaching von Führungskräften entdecken wir immer wieder situativ ungünstige Glaubenssätze. Eine Führungskraft hatte den Glaubenssatz fest verankert, dass ‚direktes Feedback die Stimmung im Team zerstört‘. Im Coaching hat sie einen neuen Glaubenssatz entwickelt und für sich verankert: „Mein Feedback bewirkt Gutes.“ Durch das Coaching hatte diese Führungskraft einen einschränkenden Baustein Ihrer täglichen Kommunikation ausgewechselt. Entsprechend war ihre Kommunikation direkter, klarer und von weniger Füllwörtern wie ‚vielleicht‘ oder ‚eigentlich‘ und weniger Konjunktiv geprägt.
Mitarbeitende spüren genau, ob sie sich herauswinden können oder nicht. Bring Du Deine glasklare Innere Stärke und Klarheit zum Ausdruck und Deine Mitarbeitenden werden als Ergebnis Deinen glasklaren Erwartungen eher entsprechen.
Baustein 3 für Deine Durchsetzungsstärke:
Sprich Deine Gedanken offen aus.
Oft höre ich in Rollenspielen im Führungskräfte-Training butterweiche Formulierungen wie „Vielleicht könntest Du beim nächsten Mal daran denken…“ Der Satz ist nicht falsch, wenn Du einen ehrgeizigen, fleißigen Mitarbeiter ansprichst. Der wird sich das sofort merken und Deine Idee beim nächsten Mal berücksichtigen. Doch die Mitarbeitenden, die etwas weniger ehrgeizig sind, brauchen eine glasklare Ansprache. Wenn Du den Satz denkst: „Ich verstehe nicht, dass Du das nicht bearbeitet hast, das gehört doch zu Deinem Job.“, dann spricht bitte diesen Satz auch genauso aus.
Du bist ja kein Monster, das Unmögliches fordert. Du forderst lediglich, dass ein Mitarbeiter das tut, wofür er bezahlt wird.
Respekt als Basis
Wenn Du zeitnah Deine Gedanken formulierst, staut sich bei Dir auch nichts auf. Dann platzt es auch nicht irgendwann aus Dir heraus. Du wirst nicht ungehalten oder unfreundlich oder laut.
Sag’s direkt.
Sag’s mit ruhiger Stimme.
Sag’s mit glasklaren Worten.
Wirkt das immer freundlich? Nein. Ein Kritikgespräch ist nicht unbedingt ein nettes oder freundliches Gespräch. Vor allem bei wiederholter Minderleistung nicht. Ein gutes Kritikgespräch ist respektvoll, aber nicht immer nett. Wer wissen möchte, liest gern nach in meinem Buch „Der Chef, den keiner mochte – Warum exzellente Führungskräfte nicht nett sind“.
Also:
Respektvoller Ton – ja.
Direkt und glasklar – ja.
Immer nett – nein.
Baustein 4 für Deine Durchsetzungsstärke:
Deine glasklare Vereinbarung am Ende
Du wünscht Dir am Ende eines Gesprächs Committment von Deiner Führungskraft, Deiner Kollegin oder Deiner Mitarbeiterin? Dann frage am Ende nach dem ‚Wer? Was? Bis wann?‘. Jeder kennt diese drei essenziellen Punkte. Wenn ich Konflikte moderiere oder unzufriedene Führungskräfte coache, stellt sich sehr häufig heraus, dass es viele Gespräche und Meetings gab, in denen diese drei Punkte nicht glasklar vereinbart worden sind. Weder schriftlich noch mündlich.
Eine Führungskraft erzählte mir einmal, dass er bei diesem Punkt richtig gut war. Denn nach jedem 1:1 mit seinen Mitarbeitern fasste sie die Vereinbarungen inkl. ‚Wer? Was? Bis wann?‘ – das waren meistens die Todos der Mitarbeitenden – noch einmal schriftlich zusammen. Diese Klarheit hat mir gefallen. Allerdings habe ich ihm mitgegeben, dass er zukünftig bitte nie wieder diese schriftlichen Zusammenfassungen selbst schreibt. Diese Zusammenfassung – in Bulletpunkten – schreibt bitte immer der Mitarbeiter am selben Arbeitstag. Und wenn etwas fehlt? Dann ergänzt das die Führungskraft ebenfalls innerhalb wenigen Stunden per E-Mail. Beide machen im Gespräch Notizen, so dass jeder alles Wichtige immer auf dem Schirm hat.
Viele Führungskräfte in meinen Coachings und Seminaren lieben diese einfache und starke Formel ‚Wer? Was? Bis wann?‘. Ja, jede kennt auch schon vor meinem Coaching. Aber anwenden, konsequent anwenden bringt Veränderung und Committment. Wenn Du also gerade denkst, dass ‚Wer? Was? Bis wann?‘ ein alter Hut ist, dann empfehle ich Dir, Dich zu fragen: „Legen wir in unseren Meetings und Gesprächen jedes Mal das ‚Wer? Was? Bis wann?‘ glasklar fest?“
Kennen ist super. Aber was zählt ist allein Deine Umsetzung. Kennen und nicht tun ist nämlich wie nicht kennen. Also? Weihe Dein Team ein, dass es ab sofort kein geschäftliches Gespräch mehr geben wird, in dem das ‚Wer? Was? Bis wann?‘ fehlt. You will love this!
Baustein 5 für Deine Durchsetzungsstärke:
Dein Mut
Immer wieder wird es Themen geben, die heikel sind. Für die einen ist es ein Kritikgespräch. Für andere ist es eine persönliche Verletzung aufgrund eines salopp im Meeting ausgesprochenen Kommentars. Und anderen missfällt der Druck, den die eigene Führungskraft auf sie ausübt.
‚Sprechenden Menschen kann geholfen werden.‘ Ein Spruch, an dem viel Wahres dran ist. Nur wenn Du die Dinge, die Probleme, die Herausforderungen benennst, kannst Du sie verändern und lösen. Dafür benötigt es immer wieder Mut. Die gute Nachricht: Mut ist ein Muskel. Wenn du Deinen Mutmuskel trainierst, dann wächst er, dann wird er immer stärker, dann wachsen Deine Kompetenzen. Und wenn Du die Themen nicht ansprichst, dann schlafft Dein Mutmuskel ab. Dann wirst Du immer unsicherer bei herausfordernden, wie zum Beispiel zwischenmenschlichen Themen.
Also ist der fünfte Baustein für deine Durchsetzungsstärke Dein Mut, den Du als Führungskraft für Deinen Erfolg benötigst. Immer wieder. Vielleicht ist es der Mut, ein Gespräch unter vier Augen zu initiieren zwischen Dir und Deiner Führungskraft oder zwischen Dir und Deiner Kollegin. Oft brauchen wir Mut, um offen zu sprechen. Über Fehler, über unsere eigene Verletzlichkeit oder Unsicherheit oder darüber, dass wir gerade etwas nicht wissen oder mit einer großen Herausforderung kämpfen.
Überleg doch mal jetzt in diesem Augenblick, indem Du diesen Podcast hörst: In welchen Situationen wünschst Du Dir mehr Mut? In welchen Situationen verpackst Du Deine Gedanken zu diplomatisch oder verschweigst sie sogar komplett? Führung heißt, auch das Unangenehme ansprechen und zu einer zielführenden Lösung zu führen.
Gestern habe ich ein wichtiges Thema, ein für mich persönlich sehr wichtiges Thema mit meiner Partnerin angesprochen. Das Thema arbeitete schon eine Weile unangenehm in mir. Was mir fehlte, war zunächst der Baustein zwei meine Klarheit. Da ich zweimal in der Woche ins Fitnessstudio gehe und dabei Podcasts höre, ist das für mich die Gelegenheit nachzudenken, ohne Stress ohne WhatsApp, E-Mails oder andere und Ablenkungen. In solchen Momenten bereite ich meine gedankliche Klarheit vor. Um dann tatkräftig und mutig, die eine oder andere Sache anzupacken oder anzusprechen.
Ich glaube, diese Kombination ist entscheidend. Erstens Zeit. Zeit zum Nachdenken. Zeit ohne Druck. Zeit, um Dinge abzuwägen. Um dann zweitens ungestört und in Ruhe, Klarheit zu erlangen. Über Ziele. Über Befindlichkeiten. Über Gefühle. Und die innere Zufriedenheit. Die dritte Zutat ist dann unser Mut. Unser Mut anzuecken. Dann wenn wir immer nur nett zueinander sind, nett Dinge besprechen, um dann nett eine gemeinsame Vereinbarung zu treffen, werden wir nicht die Ergebnisse erzielen, die wir uns wünschen und die möglich sind.
Deshalb wünsche ich Dir diese fünf Bausteine für deine Durchsetzungsstärke. Keiner der fünf Punkte wird Dir komplett unbekannt sein. Die Frage ist, bei welchem Baustein Du noch wachsen willst.
Ich fasse alle fünf Bausteine noch einmal zusammen: Wenn Du Dich durchsetzen möchtest, dann geht das umso besser, je besser Du jeden dieser fünf Bausteine praktizierst.
Also: Bei welchen der fünf Bausteine möchtest Du häufiger einsetzen? Bei welchem der fünf Bausteine möchtest Du besser werden? Dann mach Dir dazu jetzt Notizen und erinnere Dich daran einmal pro Woche für die nächsten drei Monate.
Hier noch einmal die fünf Bausteine für Deine Durchsetzungsstärke:
Baustein 1: Deine schriftliche Vorbereitung: Deine Argumente, Deine Ziele und auch was, was Du im Gespräch vermeiden möchtest.
Baustein 2: Deine Innere Stärke und Klarheit über Dich und Deine persönlichen Befindlichkeiten.
Baustein 3: Direkt Deine Gedanken aussprechen, statt um den heißen Brei immer wieder herumzureden.
Baustein 4: Deine glasklare Vereinbarung am Ende mit ‚Wer? Was? Bis wann?‘.
Baustein 5: Dein Mut, überhaupt das Thema anzusprechen.
Ach und noch ein Gedanke. Ein Kollege sagte mir vor ein paar Wochen, dass Aussagen von Speaker, Führungskräftetrainern und Coaches auf wissenschaftliche Studien beruhen sollten. Hm. Nach meiner Recherche zu diesem Podcast mit mehreren Studien, bin ich zum Schluss gekommen, dass meine eigene Lebenserfahrung und meine Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Führungskräften in den letzten 20 Jahren mir viel Nützliches an die Hand gegeben hat, was ich Dir hier im Podcast weitergebe.
Und wenn Du noch durchsetzungsstärker mit Dir selbst werden möchtest, wenn Du noch mehr praktische Umsetzungsstipps für Gespräche mit Deiner eigenen Führungskraft und mit starken Kollegen benötigst, und wenn Du Deinen Mitarbeitenden glasklar auftreten möchtest, dann melde Dich an zu meinem kostenfreien Live-Online-Training am Dienstag, den 14.4. von 19 bis 20 Uhr. Eine Stunde lang gebe ich Dir weitere konkrete Dinge an die Hand, die Du nutzen kannst, um Dich in Deiner Führungsrolle noch stärker zu machen. Am Dienstag, den 14.4.2026 von 19 bis 20 Uhr. Über den Link in den Shownotes oder meinen Beiträgen bei LinkedIn meldest Du Dich kostenfrei an.
Ich freue mich auf Dich.
Und noch ein Gedanke: machst Du Dir Notizen, während Du Blog-Artikel liest? Falls nein, dann fang damit an. Du wirst vermutlich den Inhalt dieses Blog-Beitrags in wenigen Tagen vergessen haben. Wenn Du Dir aber den Baustein notierst, an dem Du arbeiten möchtest, und Dir jetzt eine wöchentliche Wiedervorlage einträgst, hast Du gute Chancen, Stück für Stück besser zu werden. Und darum liest Du doch diesen Artikel, oder?
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinem Lernen und Deiner täglichen Arbeit als Führungskraft. Wenn ich etwas für Dich und Dein Team tun kann, dann melde Dich gern bei mir. Bis zur nächsten Podcast-Episode, bis zum Live-Online-Training am Dienstag, den 14.4.2026 und bis bald.
Herzliche Grüße! Auf bald, Dein Markus Jotzo
6 Kriterien für mehr Durchsetzungsstärke
- • Sie müssen Eigenantrieb zeigen, auch bei unangenehmen Jobs.
- • Sie müssen sich in Verhandlungen und Konferenzen angemessen Gehör verschaffen können.
- • Sie müssen für richtige Entscheidungen eintreten können, trotz Sympathie-Verlust.
- • Sie müssen schmerzresistent sein, also Einsteck-Qualitäten haben.
- • Sie müssen selbstbeherrscht sein in Drucksituationen.
- • Sie müssen sich gegen statussenkendes Verhalten behaupten können.
-
Beliebtheit ist kein Führungsziel
Viele Menschen kommen in Führung, weil sie gut mit Menschen umgehen können.
Das ist eine enorme Stärke.
Manchmal wird daraus allerdings eine kleine Falle.
Wer unbedingt gemocht werden möchte, wird Konflikten eher aus dem Weg gehen.
Schwierige Gespräche werden dann verschoben oder weich formuliert.
Das Problem daran ist, dass ungelöste Themen selten kleiner werden.
Sie wachsen.
Führung bedeutet deshalb manchmal auch, Dinge auszusprechen, obwohl man weiß, dass sie nicht sofort Begeisterung auslösen.
-
Erwartungen klar formulieren
Ein erstaunlich großer Teil von Konflikten entsteht durch unausgesprochene Erwartungen.
Eine Führungskraft denkt vielleicht:
„Das müsste doch selbstverständlich sein.“
Für Mitarbeitende ist es das oft nicht.
Viele Missverständnisse verschwinden, sobald Erwartungen konkret formuliert werden.
Ein Satz wie
„Mir ist wichtig, dass diese Präsentation bis Donnerstag fertig ist“
schafft mehr Klarheit als lange Diskussionen darüber, was eigentlich gemeint war.
-
Entscheidungen brauchen irgendwann einen Punkt
In Meetings wird häufig sehr lange diskutiert.
Argumente werden ausgetauscht, Perspektiven gesammelt, Risiken abgewogen.
All das ist wichtig.
Doch irgendwann braucht ein Gespräch einen Punkt.
Wenn dieser Moment verpasst wird, entsteht eine Art Schwebezustand:
Alle haben geredet, aber niemand weiß, was jetzt gilt.
Durchsetzungsstärke zeigt sich oft genau hier – in der Fähigkeit, den Moment zu erkennen, an dem eine Entscheidung notwendig ist.
-
Delegieren heißt loslassen können
Viele Führungskräfte delegieren Aufgaben – zumindest auf dem Papier.
In der Praxis passiert dann oft etwas anderes.
Sobald ein Problem auftaucht, landet die Aufgabe wieder auf dem Tisch der Führungskraft.
Kurzfristig scheint das effizient.
Langfristig signalisiert es dem Team allerdings:
Am Ende entscheidet ohnehin wieder die Chefin oder der Chef.
Manchmal reicht eine einzige Frage, um Verantwortung dort zu lassen, wo sie hingehört:
„Wie würden Sie das lösen?“
-
Konflikte früh ansprechen
Konflikte haben eine interessante Eigenschaft:
Wenn man sie ignoriert, verschwinden sie selten.
Stattdessen werden sie meist größer.
Was als kleine Irritation beginnt, entwickelt sich mit der Zeit zu echtem Ärger.
Durchsetzungsstärke bedeutet deshalb auch, kleine Spannungen ernst zu nehmen.
Nicht dramatisieren.
Aber auch nicht wegschauen.
Ein ruhiges Gespräch zur richtigen Zeit verhindert oft viel größere Probleme später.
-
Auch nach oben braucht es Rückgrat
Viele Führungskräfte konzentrieren sich auf ihre Rolle im Team.
Dabei ist Führung immer auch ein Spiel in mehrere Richtungen.
Manchmal gehört es dazu, der eigenen Führungsebene eine unbequeme Rückmeldung zu geben.
Etwa wenn eine Entscheidung Risiken birgt oder eine Strategie im Alltag nicht funktioniert.
Das erfordert Mut.
Gleichzeitig profitieren Organisationen enorm davon, wenn Menschen ihre Einschätzungen offen teilen.
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Nicht jedes Thema eignet sich für endlose Diskussionen
In vielen Teams gibt es eine Kultur der Beteiligung.
Das ist grundsätzlich etwas Positives.
Allerdings kann Beteiligung auch übertrieben werden.
Wenn jede Kleinigkeit gemeinsam diskutiert wird, entsteht irgendwann Entscheidungsstau.
Menschen verlassen Meetings dann mit dem Gefühl, dass zwar viel gesprochen wurde – aber nichts wirklich geklärt ist.
Durchsetzungsstärke zeigt sich oft darin, den Moment zu erkennen, in dem Diskussionen genug Raum hatten.
Dann ist es Aufgabe der Führungskraft, eine Linie festzulegen.
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Haltung wirkt stärker als jede Technik
Es gibt unzählige Kommunikationsmodelle für schwierige Gespräche.
Viele davon sind hilfreich.
Trotzdem spürt man in Gesprächen sehr schnell, ob jemand innerlich klar ist oder nur eine Technik anwendet.
Wenn die Haltung stimmt, werden Gespräche automatisch ruhiger und klarer.
Man merkt: Diese Person übernimmt Verantwortung für das, was sie sagt.
Techniken können dabei unterstützen – ersetzen können sie diese innere Klarheit allerdings nicht.
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Autorität entsteht häufig aus Ruhe
Manche Menschen verbinden Durchsetzungsstärke mit Lautstärke.
Doch oft ist genau das Gegenteil wirksam.
Eine Führungskraft, die ruhig spricht und sich nicht aus der Balance bringen lässt, strahlt eine ganz andere Form von Autorität aus.
Gerade in angespannten Situationen wirkt diese Ruhe stabilisierend.
Sie signalisiert:
Hier ist jemand, der Verantwortung trägt und die Situation im Blick hat.
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Konsequenzen gehören zur Führung dazu
Wenn Erwartungen dauerhaft nicht erfüllt werden, reicht ein Gespräch manchmal nicht aus.
Dann stellt sich die Frage, welche Konsequenzen folgen.
Viele Führungskräfte zögern hier, weil sie unangenehme Situationen vermeiden möchten.
Gleichzeitig braucht ein Team Klarheit darüber, dass Vereinbarungen Bedeutung haben.
Konsequenzen müssen nicht laut oder dramatisch sein.
Oft reicht eine ruhige, transparente Erklärung, welche Auswirkungen bestimmte Entwicklungen haben.
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Menschen akzeptieren Entscheidungen leichter, wenn sie den Hintergrund verstehen
Niemand erwartet, dass jede Entscheidung im Unternehmen Begeisterung auslöst.
Aber Menschen möchten verstehen, warum eine bestimmte Richtung gewählt wurde.
Wenn Führungskräfte den Kontext kurz erläutern – etwa wirtschaftliche Gründe, Kundenanforderungen oder strategische Ziele – entsteht häufig mehr Verständnis.
Auch dann, wenn nicht alle persönlich überzeugt sind.
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Konflikte im Team verschwinden selten von allein
Wenn zwei Mitarbeitende dauerhaft Spannungen miteinander haben, wird das Teamklima irgendwann darunter leiden.
Viele Führungskräfte hoffen in solchen Situationen, dass sich das Problem mit der Zeit von selbst erledigt.
In der Realität passiert meist das Gegenteil.
Deshalb gehört es zur Führungsrolle, solche Themen aktiv anzusprechen und Gespräche zu moderieren.
Nicht als Richter – sondern als jemand, der dafür sorgt, dass Zusammenarbeit wieder möglich wird.
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Durchsetzungsstärke ist letztlich eine Frage der Verantwortung
Wenn man Führung auf ihren Kern reduziert, bleibt eine einfache Beobachtung:
Andere Menschen verlassen sich darauf, dass jemand Orientierung gibt.
Dass jemand Entscheidungen trifft, wenn es notwendig ist.
Und dass jemand Themen anspricht, die sonst vielleicht unter den Teppich gekehrt würden.
Durchsetzungsstärke ist deshalb weniger eine Frage von Macht oder Dominanz.
Sie entsteht aus der Bereitschaft, Verantwortung zu tragen – auch dann, wenn Situationen unbequem werden.



