glücklich sein, Zufriedenheit, Fokus, Markus Jotzo

Impuls 160: Ich mache alle glücklich – und wo bleibe ich?

Bin ich selbst glücklich? 

Diese Frage stellte ich mir vergangene Woche als ich für ein Training in Mannheim war und sinnierte über mein Leben:

Schon wieder bin ich im Zug unterwegs durch die Republik. Schon wieder weg von meiner Frau und meinen Kindern. Schon wieder anonym im Hotel übernachten und abends mit meinem Laptop im Hotelzimmer sitzen. Ich bin in diesem Moment gerade echt genervt von meinem Leben. Da frage ich mich, ob ich selbst wirklich zufrieden bin oder nicht doch nur im Durchschnittsglück lebe.

Diese fiesen Verpflichtungen

Zugegeben, ich habe schon Glück, dass fast die Hälfte meiner Kunden aus Hamburg kommt. Die andere Hälfte ist über Deutschland verteilt und ich reise für die Vorträge und Seminare zu meinen Kunden. Dieses Mal führt mich mein Auftrag nach Mannheim und ich kann meine Liebsten drei Abende nicht sehen.

Meine beiden Kinder sind mein größter Stolz und ich engagiere mich gern als Elternvertreter und im Elternrat der Schule. Aber da sind eben immer wieder diese Abende, die ich mit debattieren und Probleme wälzen verbringe – und nicht bei meiner Familie.

Klar kommt mir da auch der Gedanke: „Eigentlich habe ich doch alles, was ich will. Eigentlich müsste ich doch glücklich sein.“ Doch diese Verpflichtungen strengen mich gerade an und rücken die schönen Dinge in meinem Leben in den Hintergrund.

Geht es euch auch manchmal so?

Verflixtes Durchschnittsglück

Es passiert vielen Menschen, dass sie sich wie ich getrieben fühlen und das Leben anstrengend wird, obwohl eigentlich alles passt. Es will sich einfach kein tiefgreifendes Gefühl von Zufriedenheit einstellen. Und immer ist diese Sehnsucht zu spüren, dass die Menschen glücklicher sein wollen. Diesen Zustand, in dem ihr einfach nur funktioniert und das tut, was von euch erwartet wird, nenne ich Durchschnittsglück. 

Hier in Mannheim bin ich voll in diesem Sog des Durchschnittsglücks gefangen:

Um mich selbst wieder zu beruhigen, denke ich „Schuster bleib bei deinen Leisten“, „Man kann nicht alles im Leben haben“ und „Markus, den Preis musst du jetzt zahlen“.

Und trotz aller Beschwichtigungsversuche bleibt es dabei, dass ich unglücklich mit der momentanen Situation bin und meine Familie schmerzlich vermisse. Ich bin mir unsicher, ob das wirklich alles so sein muss.

Glücklich sein ist eine Frage der Entscheidung

Auf der anderen Seite ist mir klar: Ich habe eine tolle Frau und wunderbare Kinder, spannende Trainingsprojekte und faszinierende Kunden, wissbegierige Trainingsteilnehmer und Zuhörer und bekomme regelmäßig sehr gute Feedbacks. Und genau das will ich! Alles! 

Nun habe ich keinen spontanen Geistesblitz und knipse mir mein Lächeln ins Gesicht. Auch ich muss mir zugeben, dass Durststrecken zum Leben dazugehören. Kennt ihr das auch? Ihr vergesst im Alltagstrott und vor lauter Verpflichtungen, dass ihr euch irgendwann mal genau für dieses Leben entschieden habt? Da hilft es, dass ihr in einer ruhigen Minute immer mal wieder hinterfragt: Will ich das immer noch? Passt mein Leben noch?

Ihr habt euch für euer momentanes Leben entschieden und ihr könnt genauso gut entscheiden, es zu verändern.

Fokus auf den Moment

Und wenn ihr euch dafür entscheidet, euer Leben so zu belassen, wie es ist, dann fokussiert euch auf den jeweiligen Moment.

Ich fokussiere mich jetzt ganz auf mein Training in Mannheim – das ganz bezeichnend „Loslassen für Führungskräfte“ heißt. Und genau deshalb sind es zwei tolle Tage in „Mannem“, denn ich lasse meine Familie für diesen Moment los und gebe mein bestes als Trainer.

Und am Freitag konzentriere ich mich dann wieder ganz und gar auf meine Familie. Bis auf einige Telefonate habe ich frei. Wir feiern unseren zehnten Hochzeitstag und genießen das verlängerte Wochenende.

Jetzt hier in Mannheim, hilft mir die Musik von The BossHoss, Chumbawamba und Madonna mich zu entspannen und wohlzufühlen. In dem Bewusstsein, dass ich diese Abwechslung genau so will, weiß ich mein Leben nun wieder sehr zu schätzen!

Schreiben Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.