Impuls 136: Die Party tritt Sie in den Hintern

1.32 Uhr: „Whooo! Super Stimmung bei dieser Party! Ja, klar nehme ich noch ein Glas, die Musik ist ja auch gerade absolute Bombe! Mit einem Wodka in der Hand macht das Tanzen doch gleich doppelt Spaß, stimmt’s?!“

10.24 Uhr: „Oh Goooott … Bitte Schatz, pssst, nicht so laut … In welchem Schrank ist nochmal das Aspirin? Nie wieder Alkohol, nie wieder.“

Jaja, in jungen Jahren ging das noch. Mit zwanzig, mit dreißig ist es noch einfach, aus den Vollen zu schöpfen und jede Party exzessiv mitzufeiern. Sie können es sich noch erlauben, viel zu arbeiten, wenige Pausen zu machen, nachts trotzdem Party zu feiern, zu wenig zu schlafen und am nächsten Tag so weiterzumachen. In der ersten Lebenshälfte investieren Sie Ihre Gesundheit ins Vergnügen und in den Gelderwerb.

Dieses unstete Leben, dieser Raubbau an der Gesundheit geht aber irgendwann nicht mehr. Die beste Party verwandelt sich für Sie in den schlimmsten Morgen danach. Mit dem Alter kommt die Einsicht, dass es besser gewesen wäre, das ersparte Geld in die Gesundheit zu investieren. Denn Sie merken: Die Reserven werden knapper. Doch dann ist es zu spät.

Späte Reue

Mit vierzig, fünfzig beeinträchtigt es Sie, wenn Sie wenig schlafen, unregelmäßig essen und eine hohe Arbeitsbelastung haben. Wenn dann noch eine Erkältung dazukommt, ist die Energie weg und Sie müssen die Belastung runterfahren, um wieder hochzukommen. Die langfristige Investition, in der Jugend gesund zu leben, tätigen aber trotzdem die wenigsten.

Als Jugendlicher sehen Sie die Folgekosten nicht, die Jahrzehnte später auf Sie zukommen. Wenn erstmal die Leber oder das Herz angeknackst ist, geht die Leistungsfähigkeit runter, sind teure Rehamaßnahmen notwendig und Sie schlagen sich ständig mit dem Problem herum.

Und stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihre Ausbildung in jungen Jahren nicht ernst genommen. Dann hätten Sie es heute schwer, einen gut bezahlten Job zu finden. Solange Sie noch Single sind, fällt ein geringes Einkommen nicht so sehr ins Gewicht – ist erst eine Familie da, aber umso mehr.

Versteckte Kosten

Ähnliche Verhaltensweisen finden sich in vielen Unternehmen. Wo Mitarbeiter ausgebeutet werden, sie dauerhaft eine zu hohe Arbeitsbelastung haben, keine Ruhezeiten einhalten können, wird Raubbau am „Körper“ des Unternehmens betrieben. Und erst recht, wenn nicht in den Nachwuchs investiert wird.

Es ist bekannt, dass es in Deutschland einen Mangel an Fach- und Führungskräftenachwuchs gibt. Die meisten Unternehmen in Deutschland tun trotzdem immer noch zu wenig, um Nachwuchs heranzuziehen. Es ist eben eine langfristige Investition, die sie ungern machen.

Die späte Investition ist jedoch auch hier viel teurer als die Nachwuchsförderung: Die Expertensuche wird schwieriger und braucht mehr Energie oder es bleiben sogar Stellen unbesetzt. Der Nachwuchs muss zu schnell aufgebaut werden und wird ins zu kalte Wasser geworfen. Dadurch werden unnötige Fehler gemacht und mehr Probleme heraufbeschworen. Aber wer summiert diese Kosten schon auf, die durch die kurzfristige Denke entstehen?

Blick nach vorne

Das machen viel zu wenige. Dadurch bleibt die Investitionsstruktur unklar und die Party bis morgens um 2 Uhr tritt Sie in den Hintern. Der üble Kater, das späte Verlustgeschäft kommt durch die Hintertür herein – und wird als solches vielleicht nicht einmal bemerkt. Und selbst, wenn Sie jetzt damit anfangen: Die verpassten Investitionen können Sie nicht mehr nachholen. ABER: Sie können jetzt damit beginnen, längerfristig zu investieren.

Apropos: Ich genieße heute meine Mittagspause mit Spaziergang an der Alster und einem guten Buch. Auf wiederlesen.

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