Impuls 134: Der Umschlagpunkt im Leben

Frauen verdienen weniger als Männer, Menschen mit Berufserfahrung mehr als die Jüngeren, Selbständige bekommen mehr als Angestellte.

Nein, das ist keine zum tausendsten Mal zitierte Studie zur Ungerechtigkeit bei Gehältern, sondern das Resultat einer ganz speziellen Untersuchung, die kürzlich in meine Inbox geflattert kam: die Durchschnittswerte von Speaker- und Trainer-Honoraren.

Nur warum, frage ich Sie, sollte mich das interessieren?

Am Mittelmaß orientieren – wozu?

Sind Ihre Leistungen mittelmäßig? Meine nicht. Ich investiere mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung. Ich nehme mir mehr Zeit, Pointen herauszuarbeiten und den Vortrag zu schleifen. Meine Kunden können sich darauf verlassen, dass sie eine Top-Performance bekommen. Es macht auch mehr Spaß, wenn am Ende die Leute nicht nur höflich applaudieren, sondern begeistert sind. Der Kunde wird dann nicht mehr darüber nachdenken, dass er für meinen Vortrag mehr investiert hat als den Branchendurchschnitt – er bekommt, was er haben will.

Wenn Sie sich hingegen am Mittelmaß orientieren, stellen Sie sich selbst automatisch auch auf mittelmäßige Leistung ein. Diese Haltung funktioniert aber nicht: „Ich schaue mal, was ich so hinbekomme. Für ein mittleres Honorar wird’s schon reichen.“ Dann werden Sie keine großen Misserfolge haben, aber auch nicht die großen Erfolge. Bei ihren dahinplätschernden Vorträgen oder Trainings und den müden Gesichtern im Publikum würden Sie mit der Zeit immer mehr Motivation und Energie verlieren. Die Frustration jedoch würde wachsen – das gilt nicht nur für Redner und Trainer, sondern für jede Art der Tätigkeit. Wenn Sie nicht voller Begeisterung dabei sind und den Anspruch an sich selbst haben, eine außerordentliche Leistung abzuliefern, langweilen Sie sich irgendwann selbst.

Was die Durchschnittsliste nicht zeigt

Interessant finde ich außerdem: High-Performer-Honorare kamen in der Liste gar nicht vor. Erst recht keine Obergrenzen. Die gibt es nämlich nicht. Es ist immer möglich, noch besser zu werden. Was einem Unternehmen bzw. einem Kunden Ihr Vortrag, Ihr Training oder Ihre Leistung am Ende wert ist, ist eine höchst individuelle Sache, die erst im konkreten Fall festgelegt wird. Da ist prinzipiell alles möglich.

Warum kaufen Sie sich Bücher von Oliver Kahn und Mutter Teresa? Das sind Höchstleister. Das sind Vorbilder, weil sie alles gegeben haben. Weil sie immer daran gearbeitet haben, ihre Grenzen nach oben zu verschieben. Wer das tut, kann mit dem solidesten und souveränsten Selbstbewusstsein seine Forderungen stellen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Spitzenwerte abrufen.

Der Umschlagpunkt

Es ist wie mit dem Lackmuspapier: In eine saure Flüssigkeit getaucht, färbt es sich augenblicklich rot. In der Chemie wird dieser Punkt der Farbänderung Umschlagpunkt genannt, weil sich die Farbe nicht allmählich von blau nach rot ändert, sondern eben mit einem Mal.

Diesen Umschlagpunkt wird es auch in Ihrem Leben geben, sobald Sie aufhören, sich am Mittelmaß zu orientieren. Dadurch ändert sich alles im Leben: Durchschnittswerte verlieren an Bedeutung, die Sterne sind das Ziel. Sie geben alles – für den Kunden, für die Familie, für die Gesellschaft, für sich – und so bekommen Sie auch alles, was Sie sich wünschen. Mein Kollege Anthony Robbins formuliert es so: „Your life will always give what you ask for.“

Die Tabelle habe ich gelöscht und ich rate Ihnen, dasselbe mit allen Durchschnittswerten zu machen, die Sie auf Ihrem Computer und in Ihrem Kopf haben. Befreien Sie sich vom Durchschnittsdenken und schaffen Sie Großartiges! Für sich und für andere!

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