Impuls 131: Mangel oder Chance? Sie wählen!

Ein Bekannter von mir wäre bestimmt ein toller Architekt geworden – hätte er nicht aufgegeben.

Der junge Mann besuchte eine Studienberatung mit erfahrenen Architekturstudenten. Kaum hatte er sein Interesse am Fach kundgetan, erklärten die ihm eindringlich, dass das Studium kein Zuckerschlecken sei. Das Ganze mache sowieso nur Sinn, wenn er über Beziehungen bereits einen Platz in einem Architekturbüro sicher habe.

Nach dieser vermeintlichen Beratung war der Traum für den Studienanwärter geplatzt. Was er nicht wusste: Das Argument, ohne gemachtes Nest könne er es zu nichts bringen, ist schlicht falsch. Das wissen Sie sicher aus eigener Erfahrung: Die vielen Beispiele von Selfmademen wie Ralph Lauren, Sean Combs (Puff Daddy) oder Walt Disney zeigen es. Sie alle haben sich ihren Erfolg komplett selbst erarbeitet.

Egoismus ist ein schlechter Ratgeber

Warum haben die Architekturstudenten meinem Bekannten also so einen Bärendienst geleistet? Vielleicht waren sie einfach ungeübte Berater – vielleicht aber auch egoistisch. Vielleicht meinen sie, wenn es weniger Studenten ihres Faches gibt, haben sie weniger Konkurrenten und damit selbst bessere Chancen. Mit dieser Denkweise sind die Architekturstudenten nicht alleine. Angehende Juristen schwärzen zum Beispiel Gesetzestexte aus, um den Kommilitonen das Lernen zu erschweren, oder Bücher müssen gar in der Bibliothek angekettet werden, um ihren Diebstahl zu vermeiden.

Solchem egoistischen Handeln liegt das Denken zugrunde, dass es einen Mangel gibt – einen Mangel an Studienplätzen, an guten Jobs, an geeigneten Lebenspartnern, an coolen Freunden. Folgerichtig empfiehlt es sich, die Konkurrenz auszuschalten.

Der große Fehler

Diese Mangeldenke findet sich auch in Unternehmen. Eine Abteilung verheimlicht der anderen Informationen, um sie möglichst klein zu halten. Mitarbeiter schwärzen ihre Kollegen beim Chef an, um selbst besser dazustehen. Wissenschaftler halten Daten zurück, um anderen Kollegen die Auswertung unmöglich zu machen, und in der Politik ist das Versteckspiel Tagesgeschäft. Wo es um Macht und Karriere geht, ist die Mangeldenke prominent.

Der grundlegende Fehler dabei ist, dass kein Mangel herrscht.

Harte Arbeit gegen den Mangel

Wenn Sie ein konkretes Ziel haben – egal ob den Architektenberuf oder die Eröffnung eines eigenen Dönerladens – dann gibt es einen Platz für Sie. Die Welt bietet eine Fülle an Möglichkeiten, jede Branche vergibt hunderte Jobs, die laufend ihre Inhaber wechseln. Deshalb gibt es auch etliche Chancen für jeden Bewerber in seiner anvisierten Branche. Dieser Reichtum an Chancen macht die Mangeldenke überflüssig.

Der Weg zu Ihrem Ziel liegt darin, dass Sie konsequent und auch gegen Widerstände weitermachen. Das beste Beispiel sind Weltklasseathleten wie einst Oliver Kahn. Er setzte sich zum Ziel, der beste Torhüter der Welt zu werden – und verbrachte dafür am Abend noch zwei Stunden länger im Kraftraum, wenn die anderen schon Feierabend machten. Und so konsequent haben es auch die oben genannten Selfmademen gemacht.

Wenn Ihr Ziel felsenfest steht, bleiben Sie Ihrem Entschluss treu und arbeiten hart daran. Und so sichern Sie sich am Ende auch Ihren Platz in jedem Job und überall auf der Welt – ganz ohne Ihre Mitmenschen wegen eines scheinbaren Mangels zu bekämpfen. Unterstützen Sie sich lieber gegenseitig.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg.

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