Impuls 117: Das Spiel mit der Angst

„Experten warnen vor den extremen Folgen des Klimawandels +++ 3,5 Millionen Deutsche vom Meeresanstieg bedroht +++ 21 Großstädte weltweit drohen zu versinken +++ Insgesamt eine halbe Milliarde Menschen gefährdet“ – Das sind die Headlines aus einem Artikel in der Bild-Zeitung von Anfang dieser Woche, nur die Überschriften wohlgemerkt.

Und was fangen die Leser jetzt mit dieser Botschaft an? Sollen die Menschen in Panik verfallen und auf die Berge ziehen, damit Sie nicht vom Meer verschlungen werden? Oder sollen die Menschen keine Kinder mehr bekommen, weil die nächsten Generationen das sowieso nicht überleben würden? Vielleicht soll der Artikel sensibilisieren und dazu anregen, dass die Leser umweltbewusster werden und dem Klimawandel entgegenwirken. Das würde ich mir persönlich sehr wünschen. Bei der Bild ist das aber unvorstellbar.

Wer den Artikel weiterliest, erfährt, dass der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels erst in 200 bis 2000 Jahren erreicht wird. Okay! Ein klar definierter Zeitraum, den sich jeder Mensch vorstellen kann… Was können die Leser nun aus diesem Artikel mitnehmen? Nichts, rein gar nichts, das ist unnützes Wissen und reine Panikmache. Diesen Artikel zu lesen, kostet wertvolle Zeit und schürt Ängste – wenn auch nur unterschwellig.

Aber genau dieses „psychologische Spielchen“ funktioniert. Die Medien spielen mit den Emotionen und holen die Menschen bei ihren schlimmsten Vorstellungen ab. Sie sprechen die Sensationslust und vor allem die Ängste an. Schließlich verkaufen sich Zeitungen und Nachrichten-Apps nur dann, wenn es spannende Storys gibt.

Und auch die Wirtschaft verdient an Ängsten: Es gibt immer mehr Sicherheitsfeatures für das Haus, den Computer oder das Auto zu kaufen. Angst gehört zum Geschäftsmodell, vor allem bei Versicherungen. Ein schönes Beispiel: Die R+V-Versicherung erstellt jedes Jahr einen Angstindex. Mit einer Umfrage ermittelt das Unternehmen, was die Seelen ihrer potenziellen Kunden plagt. Angst weckt eben Aufmerksamkeit, sie bringt Reichweite und verkauft sich gut.

Worauf legen Sie den Fokus? Auf Ihre Angst und reißerische Nachrichten aus aller Welt oder mehr auf die schönen Dinge in Ihrem Leben? Sicher sollte jeder Mensch über die Ereignisse in der Welt informiert sein. Aber ist es nicht viel wichtiger, zu wissen, was in Ihrem Umfeld passiert? Ich finde, eindeutig ja!

Verbringen Sie Ihre wertvolle Lebenszeit lieber mit Familie und Freunden anstatt zu viel auf das Leid in der Welt zu schauen. Rufen Sie doch mal wieder alte Bekannte an und plauschen Sie über die alten guten Zeiten. Oder lesen Sie mal wieder ein Buch zu einem Thema, das Sie wirklich interessiert, anstatt sich in Apps, TV oder Computer zu vergraben und sich teilweise sinnfrei berieseln zu lassen.

Seien Sie Egoist und schaffen Sie einen Mehrwert für sich selbst. Nutzen Sie Ihre Zeit, um nachzudenken und neue Pläne für Ihre erfolgreiche Zukunft zu machen. Schauen Sie auf die positiven Dinge in Ihrem Umfeld, die Ihnen gute Laune bescheren. Machen Sie sich selbst oder anderen eine Freude: Helfen Sie der alten Dame über die Straße, halten Sie die Tür auf, bauen Sie Ihren Kindern eine Schaukel… Sie werden mit einem Lächeln und viel positiver Energie belohnt. Saugen Sie die schönen Momente auf und stecken Sie Ihr Umfeld ruhig mit Ihrer guten Laune und Ihren positiven Gedanken an. Wenn Sie Freunde „infizieren“ und die wiederum Ihr Umfeld, sieht die Welt gleich viel angenehmer aus.

 

P.S.: Probieren Sie doch mal einen fernseh- und nachrichtenfreien Tag aus. Sie werden nichts vermissen und Sie haben viele freie Kapazitäten für die schönen Dinge in Ihrem Leben. 

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