Impuls 113: Im Scheitern ist das Lernen am intensivsten

Ein Genie geht. Lucien Favre, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, tritt zurück.
Zunächst führte er die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz direkt in die Europa League, dann sogar in die Champions League.
Nun verliert die Mannschaft alle ersten fünf Punktspiele in der neuen Bundesliga-Saison.

Erfolg und Niederlage liegen sehr nah beieinander.

Ich bin ziemlich schockiert über den Saisonstart der Borussia, aber noch mehr über diesen Rücktritt. 
Wie kann das sein?
In der letzten Saison haben die Fohlen in der Rückrunde noch 2:0 in München gewonnen und Dortmund mit 3:1 besiegt.

Das erinnert mich an eine persönliche Niederlage vor wenigen Jahren.
Mein Geschäft bei meinem größten Kunden wuchs und wuchs. 
Ich sagte JA und wieder JA zu neuen Aufträgen in Deutschland und auch im Ausland.
Irgendwann erwirtschaftete ich mit diesem Kunden zwei Drittel meines Umsatzes.

Und ganz plötzlich schraubte der Kunde aus internen, politischen Gründen die Nachfrage nach Führungskräfte-Trainings mit mir auf Null.
Gut, dass ich das entsprechende erste Signal schon vier Monate vor dem Ende erfuhr.

So konnte ich mir und meiner Firma selbst helfen und meine eingeschlafene Akquise reaktivieren.
So war das Folgejahr nach dem politischen Nein wieder ein voller Erfolg.
Aber der Weg zurück zum Erfolg war steinig.
Es waren sieben anstrengende und unsichere Monate – wenn auch immer mit Zuversicht gepaart.

Artikel: “Scheitern hilft uns”  http://bit.ly/1NSHrZq

Rechtzeitig Handeln schafft Optionen

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft im Garten unser Eichhörnchen auf und ab. 
Es hat Hochsaison.
Überall gibt es Eicheln und Nüsse zu ernten und zu verstecken für die Winterzeit.
Deshalb geht es unserem Eichhörnchen richtig gut und zwar nicht nur heute sondern auch in Zukunft. 
Weil es sehr frühzeitig, schon in guten Zeiten vorsorgt und Vorräte anlegt.

In gewisser Weise lässt sich das mit Lucien Favres Handeln vergleichen.
Der wartet nicht so lange bis der Verein „Ciao!” sagt, sondern zieht dann die Reißleine, wenn es – aus seiner Sicht – nicht mehr sinnvoll weitergeht.
Damit zeigt er Größe!
Er hält sich nicht an Strohhalmen fest, sondern denkt für die Sache.
Für den Verein.
Für die Fans.
Für die Mannschaft.
Er macht den Weg frei für einen anderen Trainer, der in dieser neuen Situation besser passt.

So hat es auch Jürgen Klopp in der letzten Saison bei Borussia Dortmund gemacht, obwohl alle an ihn und seine Kompetenz glaubten.
Nun rockt Thomas Tuchel mit Dortmund die Bundesliga – noch vor den Bayern.
Sogar Pep Guardiola musste kürzlich zugeben, dass es derzeit eine bessere Mannschaft gibt als die Bayern.

Die Konsequenz von Klopp und Favre wünsche ich uns allen:
– Führungskräften, die Unternehmen leiten.
Artikel: “Rechtzeitig erkennen und richtig handeln” http://bit.ly/1V94qUm
– Leuten, die in Beziehungen leben, die nicht funktionieren.
– Menschen, die ein Projekt leiten und merken, das es nicht hinhaut.

Früh handeln oder teuer bezahlen.

Ein Zitat von Albert Einsteins passt perfekt dazu:
“Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.” 

Also, verändern Sie entweder konsequent etwas.
Oder hören Sie rechtzeitig damit auf.

Das macht sicher keinen Spaß.
Aber nur diese beiden Optionen machen Sinn.

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Job, Ihrer Beziehung, Ihrem Leben?
Mein Tipp:
Machen Sie weiter mit allem was schon gut funktioniert und passt!
Aber verändern Sie bitte alles, was nicht mehr funktioniert und dauerhaft negativen Stress verursacht!

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