Impuls 107: Papst in Action: Franziskus übt Frontalkritik

Kennen Sie Don Camillo, aus den Schwarz-Weiß-Filmen „Don Camillo und Peppone“ aus den 1950ern? Dieser „Pfaffe“, wie in die Kommunisten im Film nennen, der immer wieder mit gesundem Menschenverstand das herrschende System in Frage stellt und dabei – zum Unmut vieler – viel Positives bewegt?

Wüsst ich’s nicht besser, würd’ ich glauben, dass Papst Franziskus diesen Don Camillo als Vorbild hat.
Don Camillo stellte sich dem Bürgermeister Peppone und seinem Gefolge entgegen. 
Der Papst traut sich sogar das gesamte System des Vatikans zu kritisieren, in dem sich über Jahrzehnte Bequemlichkeit, Vetternwirtschaft und Unbeweglichkeit breit gemacht hat.

Dieses Mal setzt Franziskus noch einen drauf und kritisiert in seiner neuen Enzyklika den Lebenswandel von Millionen von Menschen: Viele Menschen machten mit Ihrer Wegwerfkultur aus unserem Planeten eine Müllhalde.
Und recht hat er!
Wir wissen es alle.
http://bit.ly/1TxDNFk

ABER: 
Wer kauft deswegen wirklich mehr BIO-Produkte?
Wer ist der Umwelt zuliebe bereit, auf Konsum zu verzichten? 
Wer ist bereit, seinen Fleischkonsum zu reduzieren, um einen Beitrag für eine überlebensfähige Welt zu leisten?
Wer fährt bewusst mehr Fahrrad als Auto?
Wer macht bewusst in Deutschland Urlaub, um Flugbenzin zu sparen?

Manche tun es.
Aber sie sind in der Unterzahl.
Und dann gibt es viele, die denken „Das bringt ja eh nix.”

Unternehmensleitbild und Realität

So ein Denken, wie es Papst Franziskus an den Tag legt, ist unter uns Menschen nicht gerade weit verbreitet. 
Zwar steht zuhause der BIO-Joghurt im Kühlschrank, das signalisiert zumindest ein wenig den Mut zu Veränderung.  
Doch spätestens in der Firma, wenn wir anderen offen und ehrlich die Meinung sagen sollten, wird es dann den meisten doch eine Spur zu heiß.
Kritik zu äußern gegen einen zu Recht zu bemängelnden Status Quo trauen sich die wenigsten Mitarbeiter und auch die wenigsten Führungskräfte.

Nur in der Kaffeeküche werden Themen vorwärts und rückwärts diskutiert.
Aber äußern wir dann auch bei denjenigen Personen Kritik, die es eigentlich angeht und die etwas ändern könnten?
Das passiert nur selten. Selbst wenn auf der Homepage des Unternehmens eine offener Feedback-Kultur im Unternehmensleitbild propagiert wird.

Stattdessen denken wir: „Das bringt ja eh nix, oder?”
Lohnt sich die Mühe, wenn ich der einzige bin, der die Umwelt schützt?
Lohnt sich die Mühe, wenn sich an diesem Chef schon viele Mitarbeiter die Zähne ausgebissen haben und entnervt gekündigt haben?
Lohnt sich die Mühe, wenn der Firmen-Inhaber, dieser ungekrönte Alleinherrscher oder dieser egozentrische Vorstand sich nichts sagen lassen will?

Ich glaube:
JEDER kann unsere Welt verändern. Wenn er es sich zutraut.
JEDER kann seinen Beitrag leisten und dafür sorgen, dass aus einem Tropfen ein Fluss wird, der Einfluss hat. Wenn er sich bewegt.
JEDER kann aufhören, mit dem Strom zu schwimmen und hinter vorgehaltener Hand der Gerüchteküche hervortreten, um eine offene Bewegung zu bilden.
Wenn er Mut zeigt. Wenn er etwas riskiert.

Die gute Nachricht: Mut ist ein Muskel.
Wenn wir unseren Mutmuskel trainieren, dann wächst er.
Wenn nicht, haben wir täglich Business as Usual und wandeln auf ausgetretenen Pfaden.

Meine geschätzte Kollegin Gaby Graupner spricht im Video über Zivilcourage: Das ist ein schillerndes Beispiel für großen Mut und eine große Leistung, die sich bedeutend auszahlt. Video bei www.Gedankentanken.com

Gaby Graupner

 

 

 

 

 

 

 

Warum machen wir das nicht auch?
Warum verlassen wir nicht häufiger unsere Komfortzone und nutzen die Chancen, die in der Unsicherheit stecken?
Warum treten wir nicht aus dem Schatten ins Licht?
Das Licht mag uns zwar manchmal blenden, aber wir werden trotzdem gehört.

Nutzen wir unseren Geist, um zu hinterfragen, nicht nur um zu amüsieren!
Nutzen wir unsere Worte, um andere positiv zu beeinflussen!
Nutzen wir unsere Stimme, um sie zu erheben! 

Revoluzzer oder müde Kuhherde?

Was denken Sie, ist es eher eine Minderheit in unserem Land, in unserer Welt, die mitdenkt?
Oder eher die Mehrheit?
Wenn Sie mich fragen, dann ist es die Mehrheit!
Auch wenn in einer Demokratie die Wahlbeteilung deutlich höher sein könnte, so sind es doch immer mehr als 50% aller Wahlberechtigten, die Ihren Stimmzettel abgeben.
Darin stecken Potenziale!

Denn offensichtlich glauben diese Menschen, dass Wählen zu gehen etwas bewegt.
Dabei ändert eine Stimme mehr oder weniger keine Sitzverteilung in keinem einzigen Parlament.
Das weiß jeder.
Trotzdem herrscht ein gewisser Glaube und Wille vor, Einfluss zu nehmen.

Lassen Sie uns dafür sorgen, dass dieses kleine Pflänzchen wächst!
Lassen Sie uns unseren Beitrag dazu leisten, dass die Erde weniger Müllhalde ist!
Lassen sie uns unsere Stimme nutzen, um in unseren Unternehmen Missstände anzuprangern, damit sich etwas verändert.

Unser stete Tropfen höhlt den Stein.

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