Impuls 105: Mehr Effektivität und Lust beim Arbeiten

Als ich noch als Manager im Marketing bei Unilever arbeitete, machten mein Team und ich immer wieder eine extrem blöde Aussage:

“War das gut! Ich hab endlich mal richtig was weggeschafft!” 

Und zwar immer dann, wenn wir unsere Wochenenden zum Arbeiten in der Firma verbrachten, was immer mal wieder vorkam.

An den “freien Tagen” gab es nämlich keine ständigen Störungen. Kein Telefon klingelte und auch die Anzahl der E-Mails hielt sich in Grenzen. Wir konnten konzentriert und fokussiert alle Aufgaben wegarbeiten.

Klingt doch super, oder? Warum spreche ich dann von blöd?

Erstens ist Wochenend-Arbeit nicht gerade das Coolste, das es gibt, auch wenn wir es in diesen Moment als cool empfanden. 

Und zweitens blöd, weil es zwar gut ist, das operative Tagesgeschäft zu erledigen. Aber Konzeption und Strategie kommen bei den Führungskräften heute trotzdem immer wieder zu kurz.

Und schließlich auch noch blöd, weil es bessere Wege gibt, konzentriert und effektiv zu arbeiten.

Meine gerade scheidende Mitarbeiterin Caterina hat es zum Beispiel mehrmals pro Woche getan. 

Tausende andere schwören ebenfalls regelmäßig darauf:

Homeoffice.

Im Harvard Business Manager vom Mai 2015 wird in der Fallstudie zitiert, dass Homeoffice-Tage die Effizienz deutlich steigern können. Verschiedene Quellen sprechen von 10-20% möglicher Leistungssteigerung.
http://yhoo.it/1F1x5g2

Ist das wirklich so?

Für Mitarbeiter, die mit den Freiheiten von Homeoffice-Tagen gut umgehen können, kann das eine sehr effektive Methode sein. 

Und: die Mitarbeiter sparen an diesen 1, 2 oder 3 Tagen pro Woche die Fahrtzeit ein.

Das können schnell mehrere Stunden sein.

Das klingt doch nach einer attraktiven Variante für den Mitarbeiter und die Firma, oder?

Wenn Sie unsicher sind, probieren Sie es selbst aus. 

Bleiben Sie einen Tag zu Hause. 

Allein die Meetings, die Sie verpassen, sparen Ihnen unter Umständen schon mehrere Stunden, in denen Sie produktiv arbeiten können.

Vielleicht suchen Sie sich sogar einen Tag aus, an dem Sie die geplanten Meetings gerne verpassen möchten.
http://bit.ly/1AoSVhR

Ach ja, nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich meine mit einem Homeoffice-Tag einen Tag, an dem Sie 8 Stunden von zu Hause aus arbeiten. Nicht einen Tag, an dem Sie endlich mal dazu kommen, in Ruhe zu kochen, ordentlich zu putzen und den Schrank auszumisten.

 

Konzentration – auch ohne Homeoffice 

Da ich mir aktuell mit meinen beiden Mitarbeiterinnen ein Büro teile, steigere ich meine Produktivität auf ähnliche Weise.

Ich setze mich für 1-2 Stunden in unseren Trainings-Raum. Dort habe ich dann keine Störungen, keine Telefonate und, wenn ich das WLAN ausschalte, auch keine E-Mails, die mich von einer strategischen Denkaufgabe ablenken.

Probieren Sie es aus!

Nutzen Sie die Ruhe, um mehr zu schaffen oder wirklich das zu schaffen, was Sie sich vorgenommen haben.

Im Homeoffice. Im Besprechungsraum. Im Café!

 

Willensstärke – immer schwächer als machtvolle Routinen

Wenn das für Sie funktioniert, dann empfehle ich Ihnen noch die Intensivierung:

Machen Sie aus einem einmaligen Ereignis wie einem Homeoffice-Tag oder Ihrem Besuch im Café für 1-3 Stunden ohne E-Mails und Handy eine Routine.

Halten Sie zum Beispiel jeden Dienstag von 9-10 Uhr ein Strategie-Meeting mit sich selbst im Café ab.

Keine E-Mails. Kein Handy!

Das nur als Anmerkung, falls Sie auf die Idee kommen, in Facebook zu stöbern oder SMS zu schreiben.

Nutzen Sie diese eine Stunde dafür, um die Prioritäten zu ordnen und in wichtige Projekte und qualitativ hochwertige Denkarbeit zu stecken.

Denn die kommt bei quasi jeder Führungskraft zu kurz. 

Am besten Sie reservieren genau dieses Zeitfenster jeden Dienstag von 9-10 Uhr von nächster Woche an bis zu Ihrem 65. Lebensjahr. Was würde da passieren.

Diese Methode ist einfach umzusetzen und sehr wirkungsvoll.

Und am Wochenende gehen Sie NICHT in die Firma, sondern genießen Zeit mit Ihren Freunden und der Familie!

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