Impuls 103: „Ich bin ein guter Entrepreneur – aber kein guter Manager“

Das sagt Jeffrey Sprecher, Inhaber diverser international agierender Terminbörsen über sich selbst.
Und genau deshalb hält er sich raus aus dem Tagesgeschäft und zieht lieber die Strippen im Hintergrund. 
http://bit.ly/1R9qYzK
 
Das fasziniert mich.
Und ich wünschte mir, dass sich mehr Manager eine Scheibe davon abschneiden würden. 
Denn je höher man als Führungskraft in der Firmenhierarchie aufsteigt, desto wichtiger wird das Loslassen.
 
Wir rennen nämlich viel zu häufig von Meeting zu Meeting und konzentrieren uns zwischendurch darauf, unserer E-Mail-Flut ein wenig Herr zu werden. Obwohl es die durchdachten Strategien und Konzepte sind, die eine Führungskraft wirklich erfolgreich machen – auf jedem Level, ob Teamleiter oder Vorstand.
 
Meine Kollegin Christine Walker amüsierte … oder sollte ich sagen schockierte … mich vor wenigen Tagen mit ihrem richtig guten Vortrag, in dem Sie über einen Bereichsleiter sprach, der seiner Assistentin Screenshots der Flüge schickte, die sie für ihn buchen soll.
Wenn er sie schon selbst raussucht, dann kann er sie auch gleich selbst buchen. Finden Sie nicht auch?

Das ist doch grauenhaft. Zum einen verschwendet er seine Zeit damit, nach Flügen zu suchen, anstatt seiner strategischen Arbeit nachzugehen. Zum anderen ist seine Sekretärin sicherlich dazu in der Lage, ihm einen Flug zu suchen, wenn er ihr die Eckdaten dafür sagt.
Leider ist das nur ein schlechtes Bespiel von vielen. Die Liste der Zeitverschwendungsvergehen von Managern lässt sich unendlich fortsetzen.
 

Fokus = Erfolg

 
Letzte Woche saß ich mit Führungskräften zwei Tage lang zusammen und wir sprachen über die Themen “Loslassen und Fokus“.
Klar dass ihre eigentliche Arbeit zu kurz kommt, wenn sie sich ständig ums Tagesgeschäft kümmern, für das ihre Mitarbeiter eigentlich da sind.
 
Da ist es kein Wunder, dass die Abteilungen dann nicht die Führung bekommen, die sie benötigen.
Und ich frage mich, wie sich Mitarbeiter in einem solchen Arbeitsumfeld überhaupt entwickeln sollen, wenn der Chef sich um alles selbst kümmert.
Das ist verschenktes Potenzial!
Und ich möchte gar nicht erst darüber nachdenken, was das für Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse hat. 
 
Mein Tipp: Fokussieren Sie sich auf Ihren Job als Führungskraft, anstatt die Arbeit Ihrer Mitarbeiter zu erledigen.
Wenn Sie kein exzellenter Chef sind, dann können Ihre Mitarbeiter auch kein exzellentes Team sein. 
 
Denn ein exzellentes Team trifft selbst Entscheidungen.
Ein exzellentes Team entscheidet auch in Abwesenheit des Chefs alles wichtige allein.
Ein exzellentes Team rockt das Tagesgeschäft ohne den Chef.
 
Bitte fragen Sie sich:
Wer rockt bei Ihnen das Tagesgeschäft?
Sind das Ihre Mitarbeiter?
Oder holen Sie selbst die Kuh vom Eis, wenn es brenzlig wird?
 
Und wer kümmert sich bei Ihnen um die langfristigen strategischen Überlegungen?
Sie?
Oder Ihre Mitbewerber?
 
Ich wünsche Ihnen exzellentes Loslassen und ein gutes Händchen für das Wesentliche!