Kreativität fördern

Impuls 98: Kreativität im Team fördern

Mein Sohn Oscar ist einer von der kreativen Sorte. Kürzlich kam er auf die Idee, die Carrera-Bahn steil mit einer 90° Neigung aufzubauen.

Ich sage zu ihm: “Pass auf, da fliegen die Autos raus und gehen dann kaputt.“

Ich höre Sie schon sagen: Seit wann ist der Jotzo so konservativ?

Ich weiß, meine Ansage war völlig risikomeidend und total langweilig!

 

Aber Oscar wäre nicht mein Sohn, wenn er es nicht trotzdem ausprobiert hätte.

Und was passiert?

Sein Plan klappt! Zumindest einer der Rennwagen bleibt ganz locker in der Spur – Runde um Runde.

Einige andere fliegen im hohen Bogen raus. Aber auch daran hat Oscar sein Freude – und ich auch ein bisschen.

 

Gut, dass Kinder sich nicht so leicht unterkriegen lassen.

Mit meiner Ansage hätte ich Pappnase ihm beinahe den Spaß vermiest und seine Kreativität behindert.

 

Bei mir im Büro passiert übrigens gerade genau das gleiche in grün:

Ich habe seit einigen Monaten eine neue Mitarbeiterin.

Die revolutioniert die Art und Weise, wie wir Trainingsergebnisse dokumentieren, baut mir mal so eben einen neuen Youtube-Jingle und zaubert ein neues geniales Programm aus dem Hut, mit dem sie nun sehr ästhetische Zitatkarten bastelt für facebook.

Neue Besen kehren gut! Da wäre ich ja schön blöd, wenn ich sie ausbremsen würde. Oder?

 

Kreativität oder Dienst nach Vorschrift?

Wie ist das bei Ihren Mitarbeitern?

Wie gestalten Sie das Arbeits-Umfeld, damit Ihre Mitarbeiter kreativ arbeiten und sich auch trauen, neue Ideen einzubringen?

 

Damit meine ich nicht diese Ideenwettbewerbe oder das betriebliche Vorschlagswesen.

Wenn Mitarbeiter nur wegen eines Ideen-Wettbewerbes oder wegen der Prämie im betrieblichen Vorschlagswesens kreativ werden, dann stimmt etwas in der Unternehmens-Kultur nicht.

 

Entscheidend ist, wie die Chefs mit kreativen Ideen umgehen.

Freuen Sie sich über neue Ideen – auch wenn sie mal nicht funktionieren oder nur halb-fertig sind?

Fördern Sie durch Ihre Kommentare und Feedbacks solche Ideen?

Oder fordern Sie Dienst nach Vorschrift, damit ja alle Prozesse eingehalten werden?

 

Google als Kreativitäts-Vorbild

Was können Führungskräfte tun, damit Mitarbeiter sich engagieren?

Ein wirklich gutes Beispiel in Sachen Kreativitätsförderung der Mitarbeiter sind Firmen wie Google, 3M oder Xing, die Ihren Mitarbeitern gewähren, regelmäßig Zeit in neue Ideen und Gedanken zu investieren.

Damit setzen sie ein klares Zeichen, das neue Ideen gewünscht sind: http://bit.ly/1Cxu6jD

 

Aber was können Sie als Führungskraft tun, wenn es so eine Regel in Ihrer Firma nicht gibt?

 

Schließlich sind Sie ja nicht der CEO.

Ich rate Ihnen: Führen Sie doch einfach selbst eine kreative Zeit ein, in denen Ihre Mitarbeiter ganz frei und kreativ Ideen entwickeln können.

 

Und das geht so:

Schritt 1:

Erlauben Sie Ihren Mitarbeitern an einem gemeinsamen Kreativ-Nachmittag, sich für 3-4 Stunden einmal im Quartal hinzusetzen und Ideen zu produzieren.

Nein, erlauben Sie es nicht nur, sondern fordern Sie es konkret ein und verbieten Sie in dieser Zeit andere Tätigkeiten.

 

Schritt 2:

Im Team-Meeting am nächsten Morgen skizziert jeder seine Gedanken knackig in 5 Minuten.

Auch nicht fertige Ideen werden vorgestellt.

Gute Ideen werden zu offiziellen Projekten. Die weniger guten danach ad acta gelegt.

 

Ideen-Kultur einführen

Das ist ein guter Weg.

Entscheidend für den Erfolg ist dabei allerdings die Denke des Chefs. Ihre Denke.

Nur wenn dieser erkennt, dass die Kreativität potenzielle Wettbewerbsvorteile mit sich bringt, dann funktioniert das Ganze.

Denn gute Ideen entstehen täglich.

Dafür nimmt sich ein exzellenter Chef spontan Zeit und gibt sinnvoll ermunterndes Feedback.

 

Es gilt also, eine Kultur des Austausches und der Kreativität auf verschiedenen Ebenen zu entwickeln.

 

Ideenklau = Kreativitäts-Stop

Das Magazin Plusminus berichtete am 28.1.2015 über Ideenklau in Unternehmen, die ihre Mitarbeitern nicht auch am Nutzen von offizielle registrierten Patenten profitieren lassen möchten, obwohl sie die eigentlichen Ideenlieferanten waren.

Das kommt bei Mitarbeitern nicht gut an. So was spricht sich rum und kann weitere Kreativität im Keim ersticken: http://bit.ly/16k6lx8 (Beitrag bei 22:10 min)

 

Wenn Führungskräfte die Ideen Ihrer Mitarbeiter klauen, dann leiten Sie Ihr Team auf lange Sicht in eine unkreative Ära.

Denn letztlich haben es die Führungskräfte selbst in der Hand, Kreativität in ihrem Team zu fördern oder zu ersticken.

Es liegt also an Ihnen, wie kreativ Ihr Team arbeitet.

 

Mein Sohn Oscar experimentiert übrigens weiter.

Sein neuestes Experiment: eine Plastikflasche mit Papierschnipseln und blauem Wasser auf unserer Terrasse.

Die Flasche war neulich schon eingefroren.

Was wohl in den nächsten Jahren noch für Experimente folgen werden? Ich bin gespannt!

 

Übrigens, sollten Sie diesen Blog als Mitarbeiter lesen, dann schlagen Sie doch Ihrem Chef vor, den Kreativ-Nachmittag in Ihrem Team einzuführen.

Und wenn Sie Chef sind, dann fragen Sie sich: Wie kann ich diese kreativen Ideen dann nutzen?

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