Impuls 81: Schlechte Führung, super Ergebnisse …

Haben Sie das auch schon erlebt?
Die Führungsarbeit Ihres Chefs ist extrem mittelmäßig. Eigentlich ist er unfähig: Von Wertschätzung keine Spur, das Chaos regiert und eine strukturierte, strategisch sinnvolle Herangehensweise wäre dringend nötig.

Trotzdem stimmen die Zahlen. Der Laden läuft. Die Kunden kaufen.
Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, wie das angehen kann?

In Marktsituationen mit kompetitiven Vorteilen mit starken Kundenbeziehungen und sehr guten Mitarbeitern kann auch schlechte Führung den Unternehmenserfolg nicht verhindern – zeitweise.

Der Harvard Business Manager analysiert in seiner neuesten Ausgabe Oktober https://heft.harvardbusinessmanager.de//digital/#HM/2014/10/129124145 dieses Phänomen.
Josef Ackermann war so ein Beispiel: Von wertschätzender und sauberer Führung keine Spur.
Aber aufgrund von guten Zahlen war er 10 Jahre lang im Amt.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wirtschaft/biografie-die-weite-welt-des-josef-ackermann-1329892-p2.html


Führungskräfte: EGO parken!

An dieser Stelle sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema, dem “zu großen Ego“ angekommen.
Viele Führungskräfte nehmen sich selbst zu wichtig und die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu wenig wichtig.

Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich: Was redet der Jotzo denn jetzt für einen Quatsch?
Der Mann schreibt ein Buch “Warum exzellente Führungskräfte nicht nett sind” und jetzt spricht er davon, dass Führungskräfte ihr Ego parken sollen?!
https://www.markus-jotzo.com/medien/buch-der-chef-den-keiner-mochte-2/

Der Clou: Das eine schließt das andere tatsächlich gar nicht aus.
Eine klare Ansage, ein direktes kritisches Feedback, eine klare – und manchmal unangenehme – Herausforderung für den Mitarbeiter auf der einen Seite, steht einem wertschätzenden Führungsstil überhaupt nicht im Wege.
Eine Führungskraft kann sich Zeit nehmen für Gespräche.
Eine Führungskraft kann zuhören und Fragen stellen.
Und gleichzeitig herausfordernd, kritisch und direkt sein.

Nur leider geht die Charaktereigenschaft “freundlich” oft nicht mit direkt und herausfordernd einher.

Ich teile Führungskräfte in zwei Gruppen ein:
Die einen, die gut zuhören können … nein nicht nur können: Die einen, die gut zuhören und wertschätzend sind.
Und die anderen, die klare Ansagen machen und leider oft ruppig und wenig wertschätzend sind.

“Halt halt halt!” werden nun viele von Ihnen sagen.
Ich kann beides oder ich kenne exzellente Führungskräfte, die beides können.

Genau. Es gibt Menschen, die beides können.
Ich glaube sogar, dass jeder beides kann.
Aber nur wenige nutzen beide Fähigkeiten.

Wenn wir erkennen, wo unsere starke und unsere schwache Seite liegt, dann können wir die starke Seite stärken und die schwache Seite entwickeln – wenn wir es wollen.


Konzept Stärken stärken greift nicht

Eine gute Idee vieler Trainingsansätze lautet “Stärken stärken”. 
Man sagt, das bringe mehr als an Schwächen herumzudoktern.

Doch Sie merken schon. Ich glaube, das reicht nicht.
Wir benötigen als Führungskraft beides:
Wertschätzung und Herausforderung.

Fragen Sie sich einmal selbst:
Wo liegt meine Stärke, wo meine Schwäche?

Falls Sie mit der Antwort unsicher sind, fragen sie doch mal die, die es zu 100% wissen: Ihre Mitarbeiter. https://www.markus-jotzo.com/wp-content/uploads/2012/01/Feedbackbogen-für-Führungskräfte.pdf

 

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