Impuls 62: Da wird Stromberg blass vor Neid: Jeff Bezos ist der schlechteste Chef der Welt

Es ist ganz schön peinlich, diesen Titel verliehen zu bekommen. Jeff Bezos, Gründer und Inhaber von Amazon, ist offiziell der schlechteste Chef der Welt.

bit.ly/1iOMLJk
Mitarbeiter müssen teils unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten:
– Mit GPS-Sendern lässt Bezos die Länge und Häufigkeit von Pausen überwachen.
– Arbeiter erhalten erst einmal kein Urlaubsgeld in der Hoffnung, dass sie es auch nicht einfordern.
– Erst als Mitarbeiter in den heißen Lagerhallen Hitzschläge erlitten haben und in den Medien darüber berichtet wurde, ließ er Klimaanlagen installieren.
bit.ly/1ibNXds

Selbst Bernd Stromberg ist auf all diese Ideen nicht gekommen – noch nicht …

 

Schlechte Chefs ausrotten oder von ihnen lernen

Nun erwarten Sie sicher, dass ich Jeff Bezos ausschimpfe und ihn auseinandernehme.
Für die oben genannten Punkte, wäre das mehr als angebracht.
Ich möchte den Fall Bezos trotzdem einmal etwas differenzierter ansehen:
Jeff Bezos verfügt zum Beispiel über die Fähigkeit, zielorientiert zu denken und sich von den Mitarbeitern nicht von seinem Ziel, der Profitmaximierung, abhalten zu lassen.
Zugegeben geht er dabei unsozial und gesundheitsgefährdend vor – was natürlich gar nicht geht.

Trotzdem bin ich der Meinung, es ist für eine Führungskraft eine wichtige Fähigkeit, die wirtschaftlichen Interessen der Firma auch gegen den Unmut der Mitarbeiter durchzusetzen.
Gut durchdachte, funktionierende Strategien, Umstrukturierungen und Wandel gelingen nicht nur auf “nette” Art und Weise.
Exzellente Führungskräfte sind in der Lage, eine klare Strategie zu definieren, diese klar zu kommunizieren und klar durchzusetzen.

Gern können sie dabei die Interessen der Mitarbeiter miteinbeziehen. Aber nicht um jeden Preis.
Manchmal müssen eben auch Mitarbeiter die eine oder andere Kröte schlucken, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens unter sich wandelnden Rahmenbedingungen sicherzustellen.

Allerdings:
Der Prozess muss klar strukturiert sein.
Die Chefs haben außerdem die Pflicht, umfassend zu kommunizieren und die Menschenwürde zu erhalten.

Denn:
Ich bin davon überzeugt, dass “der Mitarbeiter immer am längeren Hebel sitzt”.
So können sich Mitarbeiter z.B. immer krank melden.
Da kann der Chef nichts machen.

Es erfordert folglich viel Mut, unpopuläre und unangenehme Entscheidungen zu treffen, viel Fingerspitzengefühl und exzellente kommunikative Fähigkeiten, um als Chef in Zeiten des Wandels und der wachsenden Konkurrenz zu brillieren.

Auf diese Weise wird von beiden Seiten heutzutage viel verlangt:
Die Mitarbeiter haben die Pflicht, Veränderungen mit zu tragen, sich unter schwierigeren Rahmenbedingungen dennoch für die Firma zu engagieren.
Die Führungskräfte haben die Pflicht, mit ihren Mitarbeiter klar, ausführlich und persönlich zu kommunizieren – auch wenn das viel Zeit und Mühe kostet.

 

Führungskräftetraining auf 240 Seiten

Mein neues Buch heißt “Der Chef, den keiner mochte – Warum exzellente Führungskräfte nicht nett sind” und erscheint am 24. Juni 2014.
Wie Sie das bereits von mir kennen, enthält es etliche Praxisbeispiele und konkrete Vorschläge und Vorgehensweisen.
Es spricht wieder diejenigen Führungskräfte an, die mehr aus sich und ihrem Team herausholen wollen.

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