Impuls 47: Triebfeder “mit ganzem Herzen an eine Sache glauben”

Kennen Sie Jón Gnarr?
Jón Gnarr ist Gründer der “Besten Partei” in Island, einer Protest-Partei, die 2009 bei den Wahlen auf Anhieb 35% erhielt. Dabei ist Jón Gnarr beruflich Künstler, Komiker, Musiker und arbeitete lange als Taxifahrer. Mit 14 brach er die Schule ab und war zwei Jahre in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche.

 
Seit 2010 ist er Bürgermeister von Reykjavík und macht in den Augen der isländischen Bevölkerung einen richtig guten Job.
Seine Partei würde heute sogar von noch mehr Menschen gewählt werden als 2009.
Letze Woche besuchte er Hamburg und hat mit Äußerungen wie es sei wichtig “Teile der eigenen Macht an Menschen, denen man vertraut, zu delegieren“ und “Man muss anderen Menschen erlauben, Verantwortung zu tragen“ auch hier Sympathiepunkte gesammelt. Hamburger Abendblatt: bit.ly/1dI0zl2 
Zurück bleiben die Fragen: Was macht er besser als andere Führungskräfte? Warum sind er und seine Partei so beliebt, obwohl er selbst nicht einmal Politiker ist? 
 
 

 

Bodenständig, ehrlich und so vieles mehr 

Zu Beginn hatte seine Partei 35% reine Protest-Wählerstimmen. 
Ganz schön viel für sein karges Parteiprogramm: Er versprach u.a. einen Eisbären für den Zoo und kostenlose Handtücher in Hallenbädern. Die Welt: bit.ly/M3GM9L
Trotzdem würden ihn heute noch mehr Leute wählen – und zwar aufgrund seines Handelns als Bürgermeister.
 

Führungskräftetraining: Glaubwürdigkeit und Konsequenz

Was tut Jón Gnarr?
1. Er kämpft für die Sache, nicht für sich.
2. Er unternimmt, was in seiner Macht steht gegen Korruption und gegen Vetternwirtschaft.
3. Er handelt unmittelbar und konsequent, wirft zum Beispiel ehemalige Politiker aus Aufsichtsräten einfach raus.
4. Er ist bodenständig geblieben und agiert nicht anbiedernd, um wiedergewählt zu werden. 
 
Die Bevölkerung steht zu ihm, weil sie an seine Beweggründe glaubt. 
 

Vorbild für Führungskräfte

Ich glaube, er ist ein echtes Vorbild für Führungskräfte. 
Er konzentriert sich voll auf seine heutige Aufgabe – die des Bürgermeisters.

Er handelt konsequent und dabei manchmal auch unbequem.
 
Das macht ihn in seinen Maßnahmen erfolgreich.
Er will nicht sein Ego befriedigen, regiert nicht aus Machthunger sondern wird angetrieben vom Gedanken, etwas für sein Land zu leisten. 
Eine Tugend, die viele unserer Politiker und auch Führungskräfte manchmal vermeiden, um nicht zu sehr zu polarisieren. 
 

Inspiration und das „Warum”

Dabei sind es gerade die Beweggründe, die für Erfolg und Inspiration sorgen.
Simon Sinek behauptet in seinem Buch “Start with why“, dass Menschen dann hinter einem Anführer stehen, wenn sie sein “Warum” inspiriert.
Sie werden es bereits vermuten, das Buch ist ein Bestseller.
 
Fragen Sie sich manchmal, wie gut es Ihnen gelingt, Ihre Mitarbeiter hinter sich zu scharen?
Haben Sie ein klares „Warum“ für Ihr Handeln?
Haben Sie eine Vision, die Ihre Leute inspiriert?
Knien sich Ihre Leute rein, weil die Sache sie fasziniert?

Wenn Sie diese Fragen mit „Ja” beantworten können, dann haben Sie höchste Motivation im Team.

 

Dies gelingt Jón Gnarr. Denn er steht voll und ganz und mit aller Konsequenz für das ein, woran er glaubt.

Die Geschichte ist voll von solchen Menschen. Sie haben Erfolg:
Die Gebrüder Wright bauten das erste Flugzeug, obwohl andere Erfinder ein größeres Budget und ein größeres, besser ausgebildetes Team hatten. Trotzdem schafften es die Gebrüder Wright als erstes. Wissenschaft-und-Technik.de: bit.ly/1aWHA9N

 

Ich behaupte, weil Sie ein “Warum” hatten.
Ihr unbändiger Traum vom Fliegen selbst – nicht primär der Erfolg, die ersten zu sein – war das Feuer, das auch das Feuer in ihrem Team erweckte. 

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