Impuls 46: „Ich wünsche mir eine Rampensau“

Neulich erzählte mir ein Geschäftsführer von dem Wunsch einer seiner Mitarbeiterinnen.„Ich wünsche mir eine Rampensau, einen, der die Kunden rockt!“ sagte sie, als es um die Neubesetzung des Chefsessels über ihr ging.

Obwohl sie selbst jeden Tag in der Agentur mit Kunden zu tun hat, sagt sie damit indirekt: “Ich will einen, hinter dem ich mich weiter verstecken kann.”
Was denken Sie, hat der Geschäftsführer getan?
Er hat ihr diesen Gefallen aus gutem Grund nicht getan.
Stattdessen hat er sie gefordert und gefördert.


1. Er sagte “Ich erwarte zukünftig, dass Du die Kunden rockst. Ich sehe das Potenzial in Dir!”
2. Er stellte ihr einen Coach zur Seite, der sie auf ihrem Weg begleitet.
3. Und er nahm sie selbst unter seine Fittiche, indem er sie verstärkt mit Kunden in Kontakt brachte und ihr verstärkt Feedback gab.

 

 

Führungskräftetraining: Gute Führung ist unangenehm


Der Geschäftsführer hat also genau entgegen des Wunsches der Mitarbeiterin entschieden.

Ist das gut für die Mitarbeiterin?
Kurzfristig aus Sicht der Mitarbeiterin: ganz klar Nein!
Aber langfristig wird die Mitarbeiterin davon sehr profitieren. Dann entwickelt diese Mitarbeiterin ihre Potenziale und wird eine wertvollere Mitarbeiterin für die Agentur.
Sie wächst persönlich und kann auch in anderen – auch privaten – Situationen von dieser “harten Schule” profitieren. Mit anderen Worten: Mitarbeiter lieben es ins kalte Wasser geschmissen zu werden – im Nachhinein.

 

Vorsicht: Wer Gewicht auf die Schultern der Mitarbeiter packt …

Mitarbeiter herauszufordern ist eine gute Idee.
Oft passiert das automatisch, da der Markt bzw. die Kunden zusätzliche Erwartungen hegen.
Und oft sind es die Führungskräfte, die mehr verlangen.

Da heißt es aufpassen. Denn wenn die Mitarbeiter mehr Gewicht zu schultern haben, dann benötigen sie auch einen kräftigeren Rücken.

Den bekommen sie nicht automatisch.

Erfahrene Kollegen oder der Chef müssen unterstützen.

Ein Trainer oder Coach kann zwar helfen, aber trotzdem sind Chef und Kollegen wichtige tägliche Helfer. bit.ly/1gU5uDL

 

Wann haben Sie Ihren Mitarbeitern, die gerade mehr zu schultern haben, zur Seite gestanden?

 

One thought on “Impuls 46: „Ich wünsche mir eine Rampensau“

  • Von Dr. Jens Wegmann - Reply

    Sie haben recht, im nachhinein ist war es schön, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Allerdings ist die Frage, wie man das Wasser temperiert. Wenn man in eisiges Wasser geworfen wird, geht man vielleicht unter. Das Wasser muss also gerade so kalt sein, dass man sich herausgefordert fühlt, mit seinen Fähigkeiten aber noch schwimmen kann.

Schreiben Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.